Geschichte des Brandschutzes in der Stadt Breidenstein

Im Mittelalter besaßen die Bürger von Breidenstein bereits Einrichtungen um Leben und Gut vor Brandgefahr zu schützen. Die Lösch- und Rettungsgeräte waren Feuerlöscheimer ( aus Leder oder Hanf ) Feuerhaken  und Leitern. Jeder Neubürger hatte die Pflicht mindestens einen Feuerlöscheimer für das städtische Löschwesen mitzubringen. Das Löschwasser wurde aus Brunnen oder der nahen Perf entnommen. Zur Sicherheit mussten die Bürger im Wechsel eine Tag- und Nachtfeuerwache stellen, die aus mindestens zwei Männer bestand.

 

Durch die dichte Bebauung und des leicht brennbaren Baumaterials ( mit Stroh bedeckte Dächer und verkleidete Außenwände ) sowie offene Feuerstellen im Haus, entstanden öfters große Brände. So brannte in 1711 neben der Kirche ein Teil des Städtchens ab.

 

Um 1800 hatten die 12 Orte im Breidenbacher Grund eine gemeinsame Feuerspritze die in Breidenbach untergestellt war. Bei einem Brand wurde die Feuerglocke geläutet und der eingeteilte Feuerläufer musste in Breidenbach und in den benachbarten Orten Löschhilfe holen.

 

Eine Balkeninschrift am Fessehaus erinnert an einen weiteren großen Brand im

Städtchen . „ Ruh in Gottes Macht, die uns hat bewacht, den 31.Januar 1823 abends 9 Uhr, daß auf dieser Stelle nur 3 Scheunen zusammen wurden verzehrt von den Flammen, Gott allein die Ehr !“

 

Ein eigenes Gerätehaus baute die Stadt im Jahr 1823 und 1840 legte die Stadt, gemeinschaftlich mit der Fam. von Breidenbach (Unteres Schloß), eine hölzerne Wasserleitung vom Goßberg durch die Perf in den unteren Schloßhofbrunnen. Von dort führte eine Röhrenleitung in den in 1846 erstellten gusseisernen Brunnenkasten in der Schloßstrasse. Später legte man unterhalb vom Brunnen vom Überlauf einen Löschteich an.

 

Die Feuerbrunst zerstörte 1847 nochmals zwei Gehöfte! Im Jahr 1899 erhielt die Stadt eine eigene pferdegezogene Handdruckspritze wodurch der Brandschutz wesentlich verbessert wurde! 

-- Diese ist heute noch vorhanden !!! --

                  

In 1856 bis 1858 wurde von der Horwesse ( oberhalb der Fa. SUR ) eine Wasserleitung aus Bleirohr zur Schule und zum Brunnenkasten verlegt.

 

In 1864 schreibt Pfarrer Neff in seiner Chronik über das Schadensfeuer im Hainbachtal in Wallau :

„ An eine Rettung dieser Gebäude war nicht zu denken, zumal in Wallau keine Spritze war.

Die Spritze von Breidenstein erschien zwar mit Bemannung in lobenswerter Schnelligkeit und später auch die von Breidenbach und Biedenkopf, doch für die brennenden Gebäude zu spät“.

 

Die erste Druckwasserleitung mit Wasserbehälter baute die Stadt in 1907 und

1967 entstand der 400 Kubikmeter Wasser fassende Hochbehälter.

  

Freiwillige Feuerwehr der Stadt Breidenstein

 

Am 23.Oktober 1928 wurde die erste Freiwillige Feuerwehr mit Kommandant Heinrich Sänger und dessen Vertreter Christian Grebe und 24 Kameraden gegründet.

 

In 1928 brannten 2 Anwesen ab obwohl die Wasserversorgung verbessert und die Handdruckspritze vor Ort war. Ein Raub der Flammen wurde auch in 1930 das Backhaus mit dem Spritzenhaus. Die FF- Breidenstein bekam 1936 die erste Motorspritze TS4 von DKW und damit begann die Technisierung der Feuerwehren in den kleinen Städten und Gemeinden.

 

Jedoch mussten in 1936 leider viele Feuerwehrkameraden den blauen Rock gegen den grauen Militärrock tauschen wodurch eine Pflichtfeuerwehr entstand!

 

Nach dem 2. Weltkrieg wurde die FF- Breidenstein neu geordnet und durch die Industrialisierung der Stadt wurde am 18.09.1962 eine neue Motorspritze mit Anhänger TS8 A angeschafft. Dank der fachkundigen guten Pflege von den Maschinisten  waren die Motorspritzen immer einsatzbereit.

 

Im Jahr 1963 wurde dieser Anhänger gegen ein gebrauchtes Staffelfahrzeug TSF ersetzt, wodurch das private Zug- und Personenfahrzeug nicht mehr erforderlich war. Die ersten Lehrgänge an der Landesfeuerwehrschule in Kassel haben Rudolf  Reitz und Wolfgang Meißner besucht, um neue Erkenntnisse im Löschwesen zu gewinnen.

 

Mit einer  Landesbeschaffungsaktion konnte in 1972 ein technisch, modernes Löschgruppenfahrzeug LF 8 angeschafft werden. Durch eine rege Lehrgangs- beteiligung konnte dann zusätzlich das Fahrzeug mit Umluft unabhängigen Atemschutzgeräten PA5 ausgerüstet und auch erfolgreich eingesetzt werden. Die erforderliche Garage für das neue Fahrzeug wurde in Eigenleistung mit dem Stadtarbeiter Helmut Bittdorf erstellt.

Durch eine 14- tägige Trinkwassernotversorgung in 1963 konnte man die Stadtverordneten von Breidenstein zum Verbleib des TSF als Sonderfahrzeug gewinnen. Es wurde jedoch 1985 von der Stadt Biedenkopf gegen den Willen der FF-Breidenstein verkauft. Die Garage ist dann durch 500 Std. Eigenleistung in einen Mannschafts- und Schulungsraum umgebaut worden.

 

Das 50 jährige Bestehen der FF- Breidenstein feierte man im Juli 1978 mit einem würdigen Fest.

Die Wehrmänner erstellten in Eigenleistung, durch Initiative des damaligen Wehrführers W. Meißner, unterhalb der Freizeithalle einen Festplatz für ihr Festzelt und für spätere allgemeine Feste.

 

Die Jugendfeuerwehr wurde am 23. Mai 1987 von Kai-M. Koch und Uwe Meißner, durch Initiative von Martin Meißner und Frank Schmidt, mit 16 Jugendlichen gegründet. Bis heute ist die Jugendfeuerwehr ein fester Bestandteil, mit einer sinnvollen Jugendarbeit, in der Feuerwehr!

 

In 1995 hatte das LF 8 mit 77 Einsätzen schon 23 Jahre auf dem Buckel und wurde durch ein neues Löschgruppenfahrzeug LF 8/6 mit einem Wassertank von 600 ltr. ersetzt. Gleichzeitig hat die Wehr durch Mithilfe der Breidensteiner Firmen und der Jagdgenossenschaft einen VW-Bus Bj. 1988 als Mannschaftstransportwagen MTW angeschafft. Mit 300 Arbeitsstunden erfolgte der Umbau und die Neulackierung als Feuerwehrfahrzeug.

 

Da die Garage und der Umkleideraum (teils in der Garage) den gesetzlichen Anforderungen nicht mehr entsprachen, plante und beantragte man in 2001/02 einen entsprechenden Anbau mit einem Kostenvoranschlag von ca. 100.000,-- Euro.

 

Die Baugenehmigung erfolgte erst im Oktober 2002, aber man konnte trotz der schlechten Wetterlage mit ca. 2400 Arbeitsstunden der Wehrfrau und Männer am 07. Dezember 2002 das Richtfest feiern.

 

Durch das große 75- jährige Jubiläumsfest im Juni 2003 waren die Arbeiten etwas ins stocken geraten. Somit erfolgte die Einweihung des 10x10 Meter großen Umkleide- und Schulungsgebäudes am 29. Mai 2005. Der alte Schulungsraum wurde in eine moderne Toilettenanlage auch für Feuerwehrfrauen umgebaut.

 

Die Finanzierung des An- und Umbaues erfolgte durch die Stadt Biedenkopf mit 50.000,-- Euro, mit Spenden der örtlichen Firmen von 12.500,-- Euro, einer Kostenübernahme der Planerstellung und Statik durch die örtliche Stahlbaufirma und den Eigenmittel des Feuerwehrvereins. Wegen dem guten Arbeitseinsatz der Wehrfrau und Wehrmänner mit ca. 4600 Stunden konnte man den Fehlbetrag decken.

Der Bürgermeister K.-H.Bolldorf bedankte sich vielmals bei der FF- Breidenstein und staunte über das enorme Engagement, der höchst professionellen Arbeit mit teilweisen edlen Baustoffen.

 

2014 wurde wieder durch Vereinsmittel und Spenden der heimischen Firmen und Gemeinschaften, eine Ersatzbeschaffung des mittlerweile 27 Jahre alten MTW durchgeführt. Der Ausbau des VW T5 lang, wurde diesmal von der Firma Brandschutztechnik Lampe durchgeführt.

In Eigenleistung wurde die neue Garage, die von der Fa. FKM Lasersintering gespendet worden ist, in Wallau ab- und am Feuerwehrgerätehaus wieder aufgebaut. Die benötigte Bodenplatte wurde von der Stadt Biedenkopf errichtet.

 

2016 wurde für das LF8/6 ein hydraulisches Kombigerät (Schere/Spreizer) für die technische Unfallhilfe angeschafft.

 

Die Freiwillige Feuerwehr Stadt Breidenstein besteht im Jahr 2017 aus 31 Aktiven davon eine Frau und ist damit die zweitstärkste Wehr der Stadt Biedenkopf, 160 Passive- und 10 Ehrenmitgliedern. Die Jugendfeuerwehr hat 10 Mitglieder in ihrer Gruppe.

 

Im Zeitablauf die Wehrführer und Stellvertreter :

        

         1928-1930           Heinrich Sänger                 Christian Grebe (Simmans)

         1930-1937           Georg  Stark                        Christian Grebe

         1937-1947           Pflichtfeuerwehr               Heinrich Meißner

         1947-1972           Karl Schmidt                        Karl Simmer

         1972-1979           Wolfgang Meißner            Walter Hainbach

         1979-1986           Horst Seibel                         Wolfgang Meißner

         1986-1991           Hans-Jürgen Henkel         Wilfried Reichpietsch

         1991-1996          Hans-Jürgen Henkel         Horst Seibel

         1996-2001           Horst Seibel                         Frank Sänger

         2001-2006           Frank Sänger                       Uwe Meißner

  2006-2011           Frank Sänger                       Uwe Meißner

         2011-2016           Frank Sänger                       Martin Meißner

  2016-                     Martin Meißner                  Meikel Busch

 

Möge die Stadt Breidenstein vor Katastrophen und Feuer bewahrt werden und immer Männer und Frauen bereit sein, das Leben, Hab und Gut ihrer Mitbürger zu schützen und bewahren getreu dem Leitspruch der Feuerwehren!

                   ---  Gott zur Ehr , dem Nächsten zur Wehr  ---